Theater am Bach
Die Homepage der "großen" Theater-AG des Bach-Gymnasiums Mannheim.


Bild des Monats

Kammerdiener


Larissa Heil als Spurititia Mamma in Romulus der Große (2011)

Huis clos / geschlossene gesellschaft (Sartre)

Die Liebenden in der Metro (Tardieux)

In Huis clos finden sich zwei Frauen, die reiche Estelle und die Postangestellte Inès, und der Journalist Garcin nach ihrem Tod in einem geschlossenen Raum, der Hölle, wieder. Garcin hat seine Frau misshandelt und in entscheidenden Situationen feige versagt. Die lesbische und hochintellektuelle Inès hat eine junge Frau (Florence) ihrem Cousin entfremdet, woraufhin er bei einem Unfall von einer Straßenbahn überfahren wird. Florence verzweifelt in Folge dessen zutiefst und vergiftet sich selbst und Inès mit Gas. Die sinnlich verführerische Estelle hat ihr Kind ermordet und ihren Geliebten in den Tod getrieben. Alle drei sind sich bewusst, dass sie sich in der Hölle befinden, und machen sich auf das Schlimmste gefasst, aber die erwartete Folter und die körperlichen Qualen stellen sich nicht ein, nur eine leichte Hitze ist zu verspüren. Tastend versuchen sie voneinander den Grund für die Höllenfahrt zu erfahren, ohne jedoch ihre eigene Schuld zu offenbaren. Sehr bald entdecken sie, dass sie zu ihren eigenen Folterknechten bestimmt sind, indem sie sich gegenseitig die Lebenslügen entreißen. Ein kurzes Aufflackern von Solidarität erlischt unter der Angst und dem gegenseitigen Hass. Jeder ist verdammt dazu, die anderen beständig zu quälen und selbst von den anderen gequält zu werden. Die lesbische Inès verzehrt sich nach Estelle, die aber nichts von ihr wissen will und sich an Garcin heranmacht. Garcin wiederum lechzt nach der intellektuellen Anerkennung von Inès. So dürstet jeder nach der Hilfe eines der beiden anderen, aber sich diesem nähernd, verletzt er zugleich zutiefst den anderen. Sie können weder voneinander lassen, noch voreinander fliehen, nicht einmal töten können sie sich - sie sind bereits tot. Und so gilt auf ewig: "Die Hölle, das sind die anderen". Nacheinander proben alle den natürlich vergeblichen Ausbruch aus diesem Gefängnis, indem sie schreien oder an die Tür schlagen. Als dann plötzlich die Tür sich öffnet, erschrecken sie alle vor der vermeintlichen Falle der Freiheit und drängen sich wieder aneinander. Wenn Garcin am Ende die letzten Worte "also – machen wir weiter" sagt, hat sich ihre Lage nicht verändert. Sie werden ihre Notgemeinschaft ewig aufrechterhalten müssen, ohne wirklich voranzukommen.

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aus einem Theaterlexikon




Inhaltsangabe und Anschreiben

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde,

mal wieder Lust auf Theater am Bach?  Diesmal erwarten euch / Sie gleich zwei Stücke an einem Abend:

Die Liebenden in der Métro.  Ein internationales Stück nach                           
Jean Tardieu
und
Geschlossene Gesellschaft / Huis clos  von
Jean-Paul Sartre
(in deutscher oder französischer Sprache).

Im ersten Teil des Abends geht es in buntem, leicht schrill-internationalem und skurril-groteskem Reigen durch die Anonymität der Pariser Métro, in der eine zarte Liebe aufblühen und dem ganzen Schrecken einer entmenschlichten und kommunikationsgestörten Welt ausgesetzt sein wird. Wird sie an ihr scheitern oder hat sie eine Zukunft?

Nach der Pause dürft ihr / dürfen Sie mit uns hinabsteigen in eine ganz spezielle Hölle: drei Personen, eingeschlossen in einem Raum, aus dem es kein Entrinnen gibt. Ein Mann und zwei Frauen. Der gemeine Feigling, die Sadistin und die … -  alle drei tot und dennoch füreinander bestimmt, um sich zu belügen, zu hassen, zu begehren, zu quälen. Lebendig-totes Anschauungsmaterial für Sartres abgründigen Satz: „Die Hölle, das sind die anderen.“
Diesen Einakter spielen wir auf deutsch und (in anderer Besetzung) in der französischen Originalsprache. Die französische Truppe wird außerdem an zwei Abenden im tikk-Theater im Karlstorbahnhof Heidelberg gastieren.

Aufführungstermine im Bach-Gymnasium, jeweils um 19:30 Uhr


Métro / Geschlossene Gesellschaft (deutsch)
Donnerstag         7. Mai
Samstag             9. Mai
Dienstag           12. Mai
Samstag           16. Mai
Mittwoch           20. Mai
Métro / Huis clos (französisch)
Freitag                8. Mai
Montag             11. Mai
Mittwoch           13. Mai
Freitag              15. Mai


Unkostenbeitrag: € 5,- (für Schüler ermäßigt € 3,-)

Huis clos (in französischer Sprache) im tikk-Theater Karlstorbahnhof Heidelberg, 20.00 Uhr
Montag             18.5.
Dienstag           19.5.
     Unkostenbeitrag: €  8,- (für Schüler ermäßigt € 5,-)

Telefonische Kartenreservierung (ohne Nummerierung) für die Aufführungen im Bach-Gymnasium ab Montag, 4. Mai von 10 – 12 Uhr unter der Telefonnummer 0621/8 44 76 31 (Sekretariat Frau Calle). Vorbestellte Karten sollten bis 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse abgeholt werden. An der Abendkasse werden Platznummern vergeben.

Kartenreservierung für das tikk-Theater Heidelberg unter der Telefonnummer 06221/97 89 24 oder online unter www.karlstorbahnhof.de.

Wir versprechen einen kurzweiligen, vergnüglich-grotesken Theaterabend und freuen uns auf euren / Ihren Besuch!

Mit freundlichen Grüßen

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für die Theater-AG
Cornelia Bretschneider
Dr. Raden, Schulleiter
Stefan Edelmann  •  Bach-Gymnasium  •  68199 Mannheim